Teichtechnik

Hinweise und Gesichtspunkte zum allgemeinen Umgang und Funktionsweise von Teichtechnik in Bezug auf eine gut funktionierende Schwimmteichanlage.


Durch die Luft und den Niederschlag ist in Deutschland ein jährlicher Stickstoffeintrag in einer Größenordnung von ca. 200 kg pro Jahr und Hektar zu verzeichnen. Das ist zum einen auf Abgasemissionen (Stickoxide) und zum anderen auf den Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft zurück zu führen. Hinzu kommen herab fallendes Laub, tote Insekten, Blütenstaub und Pflanzensamen, die ständig ins Wasser eingetragen werden. Daher besteht in jedem Gewässer die Gefahr, dass sich mit der Zeit mehr und mehr Nährstoffe anreichern, die zu vermehrtem Algenwachstum und zu einer Wassertrübung führen.

Im Extremfall kann so ein Gewässer sogar „umkippen” und aufgrund Sauerstoffreduzierender Verrottungsprozesse sogar anfangen moderig zu riechen. Der Außenfilteranlage wird das Wasser von der Oberfläche des Schwimmteichs über einen sogenannten Skimmer und das Tiefenwasser über einen Bodenablauf zugeführt. Ein Bodenablauf ist notwendig um eine optimale Durchströmung des Wassers zu erzielen. Je weniger sogenannte Todzonen sich im Wasser befinden, je optimaler ist die Klärung und somit auch die Wasserqualität.

Im Außenfilter werden Grobstoffe wie Laub und abgestorbene Pflanzenreste aus dem Wasser gefiltert. Diese nährstoffreichen Pflanzenreste, Blüten- und andere Stäube würden das System sonst stark belasten. Nach dem Filtrieren wird das Wasser über ein Einströmsystem am Grund der Regenerationszone in den Kreislauf geschickt. Über dem Einströmsystem befindet sich eine Schüttung aus Nährstoffarmen, Kies in verschiedenen Sieblinien in dem Wasserverbessernde Bakterien die Nährstoffe weiter abbauen. Die Gefahr einer Verschlämmung des Pflanzenfilters, bei Zwischenschaltung einer Außenfilteranlage, der sogenannten Kolmation, ist dadurch ausgeschlossen.

Wird Wasser, von einer Pumpe, aus dem Schwimmteich angesaugt und über ein Einströmsystem in den Pflanzenfilter gepumpt, ohne das Wasser durch einen Außenfilter zu leiten, wird es zu einer Sättigung (Kolmation) des Substrates kommen.Das hat die Folge, dass immer weniger Wasser durch den Pflanzenfilter gepumpt werden kann. Nach ca. 5-6 Jahren ist man dann gezwungen das Substrat des Pflanzenfilters komplett auszutauschen!  Wenn sich das biologische Gleichgewicht und die Wasserpflanzen in der Schwimmteichanlage so richtig entwickelt haben, fängt man mit einer Baumaßnahme von vorne an. Von Nachhaltigkeit kann dann nicht gesprochen werden.
Auf dem Wasser kann man, besonders im Sommer Staubablagerungen, die sich als Film auf der Wasseroberfläche bemerkbar machen, beobachten. Nicht nur diese, sondern auch alles andere, was von Außen in das Wasser gelangt wird ohne Außenfilter nicht aus dem System gelangen, sondern verbleibet endgültig im Pflanzensubstrat und somit auch im Schwimmteich. Jeder Teichbesitzer, der einen Außenfilter besitzt, wird wissen, wie viel Filterrückstände aus dem Teichfiltern, bei deren Reinigung, zum Vorschein kommt. Schadstoffe und Ablagerungen können nur über einen Außenfilter dauerhaft aus dem Schwimmteichsystem gelangen.

Weiterhin hat man mit einer Außenfilteranlage den Nutzen, einer notwendigen zusätzlichen Sauerstoffanreicherung des Badewassers und die Kühlung des Wassers bei Temperaturspitzen im Sommer. Die Wassertemperatur 30 cm unter der Wasseroberfläche sollte 23 C nicht überschreiten. Bei höheren Temperaturen besteht die Gefahr des erhöhten Wachstums von Krankheitserregern.
Der Grenzwert für Phospat liegt zum Beispiel beim Trinkwasser etwa 10 mal höher als der geeignete Phosphatwert beim Schwimmteich. Einer der Wichtigen Nährstoffe für das Pflanzenwachstum ist Phospat. Ein Gramm Phospat kann zum Wachstum von etwa 10 Kg Algenmasse führen.
Ist das Filtersubstrat gesättigt und somit zu fein und hat einen kf- Wert unter 10-5, wird das Wasser den Bodenkörper nicht komplett durchströmen, sondern sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes. Es kommt zu Kurzschlussströmungen, bei denen sich das Wasser größere Kanäle sucht um ungestört abfließen zu können. Die Konsequenz: Die Reinigungsleistung entspricht nicht den Erwartungen, Trübungen oder Algenwachstum sind die Folge.
Schwimmteichfiltersubstrate sollen Nährstoffe anlagern oder absorbieren können. Dazu ist eine große Schichtstärke und eine innere und äußere Oberfläche erforderlich. Je größer die Oberfläche, desto mehr Mikroorganismen können sich ansiedeln und desto besser wird die Leistung des Filterkörpers. Geht man in der Tabelle für Durchlässigkeitsbeiwerte Materialien durch, kommen automatisch Kiese in unterschiedlichen Sieblinien zum tragen.

Neben der Korngröße entscheiden auch die Inhaltsstoffe der Filtermaterialien über die Reinigungsleistung. Durch die chemischen Prozesse im Inneren des Filterkörpers werden Nährsalze zurückgehalten und stehen den Algen nicht zur Verfügung. Doch benötigt dieser Prozess Sauerstoff.
Je geringer der Sauerstoffgehalt im Substrat, desto geringer wird das Redoxpotential. In der Folge wird schwerlösliches Eisen in seine leichter lösliche Form zurückgeführt und das zuvor gebundene Phosphat wird wieder pflanzen-, sprich Algen verfügbar. Dies zu wissen ist besonders wichtig, wenn eisenhaltige Substrate in Filtern eingesetzt werden. Wird der Filter dann nämlich längere Zeit nicht durchströmt, sinkt die Sauerstoffversorgung und in ihm entsteht eine phosphathaltige Lösung. Bei der ersten Wiederinbetriebnahme im Frühjahr wird diese in das Becken gepumpt – mit der Folge einer explosionsartigen Algenentwicklung. Eine gute Sauerstoffversorgung des Filterkörpers ist daher nicht nur für die Phosphatbindung, sondern auch für die Versorgung der Mikroorganismen lebenswichtig.

Neben Sauerstoffversorgung und Inhaltsstoffen sind die Schichtstärken des Filterkörpers wichtig. Egal, ob es sich um Nassfilter (also etwa eine reine Sand und Kiesschicht) oder um bewachsene Bodenfilter nach dem Vorbild einer Pflanzenkläranlage handelt: Schichtstärken von mind. 40 cm haben sich als optimal erwiesen. Diese Aufbauhöhe resultiert aus den Anforderungen an Filtration, Verweilzeit und dem Flächenbedarf, der aus Kostengründen so gering wie möglich gehalten werden soll. Es handelt sich in den Filterkomplexen von Schwimmteichen also um Tiefenfiltrationen. Für Schwimmteich- Filtersubstrat kommen fast ausnahmslos Kiese in Frage, die einen kf- Wert von 10-2 bis 10-5 aufweisen.
In der Praxis haben sich Fein- und Mittelkies in Verbindung mit Grobsanden als Mittel der Wahl herausgestellt. Sowohl ihre hydraulische Leitfähigkeit, ihre Inhaltsstoffe wie auch die sofortige Verfügbarkeit durch das örtliche Kieswerk sind schlagkräftige Argumente. Die aktuellen Richtlinien tragen dieser Entwicklung Rechnung und fordern kf- Werte zwischen 10-3 bis 10-5. Wichtig ist, gewaschenes Material ohne Schluffanteile einzusetzen. Letztere würden die Wasserdurchlässigkeit verringern und das Wasser trüben. Am häufigsten setzt man Kies- und Sandfraktionen mit unterschiedlichen Korngrößen ein. Bei so einem schichtweisen Aufbau ist die korrekte Anordnung der Materialien entscheidend: Bei richtiger Verwendung kornabgestufter Materialien vermischen sich die Kiese und Sande nicht.

Warum sollte man Phosphatbinderanlagen in Schwimm- und Badeteichen einsetzen?

Eine der Hauptursachen für Algenwuchs ist das Phosphat, welches bereits ab 0,035 mg/l Phosphatgehalt zu einer Algenplage führen kann. Phosphate gelangen auf den unterschiedlichsten Wegen in den Teich. Alle organischen Materialien wie z.B. Blätter, Tannennadeln, Pollen, abgestorbene Wasserpflanzen usw. enthalten Phosphate, die beim Abbau von Mikroorganismen freigesetzt werden. Man kann also pauschal sagen, dass die Phosphatbelastung aus den Resten von gestern und vorgestern entsteht. Eine Kontrolle des Phosphatwertes mit handelsüblichen Phosphattests (Tropfentest) ist prinzipiell nur eingeschränkt möglich, da diese erst ab einem Wert von 0,1 mg/ l messen. Der Wert, ab dem Algen aber gut wachsen können liegt bei 0,035 mg/l Phosphat und kann daher mit diesen Tests nicht kontrolliert werden. Aufgrund der organischen Belastungen in Teichen ist aber davon auszugehen, dass 98 % aller Teiche zu viele Phosphate enthalten.

WIRKUNG

Durch PH LM werden Phosphate gebunden. Die Wirkung hält über einen Zeitraum von ca. 6 – 8 Wochen an, danach ( ab Mitte April – Mai ) wird Phospat von den Pflanzen verbraucht. PH LM ist ein auch in der Natur vorkommendes Gestein. Eine Rücklösung der Phosphate ist nicht möglich. Die Besonderheit beim Einsatz von PH LM ist die Tatsache, dass Phosphate irreversibel gebunden werden. Somit kann PH LM ideal in Teichfiltern, der Filterauslaufzone oder direkt im Bachlauf eingesetzt werden.

Art der Anwendung

Das in einem Filternetzbeutel enthaltene PH LM wird einfach in den Teichfilter oder den Bachlauf eingebracht. Bitte achten Sie darauf, dass die Platzierung so erfolgt, dass das Material gut durchspült wird.

Optimaler Einsatzzeitpunkt

Nach dem Winter ist der optimale Einsatzzeitpunkt für PH LM, da zu dieser Zeit die Nährstoffkonzentration im Teichwasser am höchsten ist. PH LM arbeitet auch bei sehr niedrigen Wassertemperaturen zuverlässig.

Da frisches Trinkwasser bereits bis zu 6,7 g Phosphat pro m3 (6,7 mg/l) enthalten darf und kann, ist eine effektive Phosphatentfernung aus dem Teichwasser zwingend notwendig. Diese ist nur durch die Entfernung von Biomasse oder spezielle Granulate im Filter möglich, an die der Phosphor fest gebunden wird und die mit dem Phosphor aus dem Filter entfernt werden. Hier hat sich PH LM als besonders wirksam erwiesen. Mit einer Einheit PH LM werden etwa 5 g Phosphate aus dem Teich entfernt.

Die Problematik der Überdüngung durch Phosphat wird an dem nachfolgend aufgeführten Rechenbeispiel deutlich: 1 g Phosphat reicht aus für das Wachstum von 10 kg Algen. Wenn diese Algen absterben, wird für Ihre Zersetzung 1.400.000 mg Sauerstoff verbraucht. – 1.400.000 mg Sauerstoff entspricht etwa dem gesamten

Sauerstoffgehalt eines Teiches mit einem Wasservolumen von 140 m3. Es ist nahe liegend, dass eine zusätzliche Sauerstoffanreicherung vorhanden sein muss.
Um dem Teichwasser  1.400.000 mg Sauerstoff wieder zuzuführen, kann man

  • mindestens 500.000 Liter Wasser umwälzen,
  • oder 60 Liter 5%iges H2O2 einbringen (Oxidator),
  • oder 25 kg 25%iges Calcium- Peroxid zugeben.

Dieser Vergleich zeigt sehr eindrucksvoll, dass Wasserumwälzung und Filtertechnik die sinnvollste Möglichkeit darstellen, um Schwimm- und Badeteiche dauerhaft mit Sauerstoff zu versorgen.